Ein paar Worte zur 20-jährigen Geschichte dieser Webseite und dem Kopf dahinter

Geschrieben: 05.05.2022 | Aktualisiert: 22.05.2022

Heute will ich mal ein wenig in die über 20-jährige Geschichte von LdtW und auch ein wenig über mich selbst schreiben. Sei vorgewarnt - das könnte etwas länger werden, da LdtW für mich mehr als einfach nur eine weitere Seite im Netz ist.

  1. Wer, oder "was" ist Madekozu überhaupt
  2. Die erste Webseite, die Dinosaurier-Version von LdtW
  3. Von Anfang an auch mobil nutzbar
  4. Es kommt Dynamik ins Spiel
  5. Wenn ein Blog nicht mehr reicht
  6. Der verlorene Kampf gegen Social-Media
  7. Zurück in die Vergangenheit
  8. Ein vorsichtiger Blick nach vorn

Wer, oder "was" ist Madekozu überhaupt

Avatar von MadekozuIch bin ein, Mitte der 70er auf die Welt losgelassener, Vollzeitchaot der, wenn man ihn irgendwie einordnen müsste am besten in die Schublade [RND] passen würde. Von Computern regelrecht "besessen" bin ich schon seit Ende der 80er, allerdings war es damals nahezu unmöglich für mich, an so eine Kiste ranzukommen, aber eben nur nahezu - ich habs dann doch noch geschafft.

Mein Name, den ich nun schon eine Weile im Netz benutze, sagt eigentlich auch schon viel über mich selbst aus, genau das macht ihn so passend für mich. Madekozu steht für MAch DEn KOpf ZU (Anmerkung: eine Wortspielerei, die nur meine deutschsprachigen Leser nachvollziehen können). Es ist aber nicht nur die reine Bedeutung der Wörter, nein, es sagt auch einiges über meinen Charakter aus. Ich kann z.Bsp. sehr ungeduldig sein. Wenn ich mir heute ein Ziel gesetzt habe, dann will ich das am liebsten vorgestern schon erreicht haben. Ich bin alles andere als ein Perfektionist - es muß erstmal laufen, ob es dabei besserer Lösungen gibt, ist mir erst einmal egal. "Die Augen auf die Beute, nicht auf die Blumen am Wegesrand" - ich glaub das trifft es ganz gut.

Beruflich hab ich mit Computern, Programmieren und Schreiben so gut wie gar nichts zu tun. Ich bin ein Handwerker (Elektriker), ein in der Zwischenzeit sehr ausgedehnter Berufszweig und ein Elektriker heißt heute auch nicht mehr Elektriker sondern darf sich heute "Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik" nennen. Echt mal - das passt in keine Spalte "Was sind sie von Beruf" - man kann es auch übertreiben. Ich bin und bleibe ein Elektriker und ja, das war mein Traumberuf und ist es eigentlich auch heute noch, aber dennoch steht die Überlegung bereits im Raum, diesen Job an den Nagel zu hängen, aber das ist eine ganz andere Geschichte...

Die erste Webseite, die Dinosaurier-Version von LdtW

Meine erste Webseite, Himmel, das war echt ein Dinosaurier. CSS gab es noch nicht, oder ich kannte sie einfach nicht. Vom Aufbau her, war sie aber damals schon so ähnlich wie LdtW heute. Allerdings war die "Seitenleiste" links und war eine typische Baumansicht wie man sie auch heute noch verwendet (Das Kategoriewidget bei FlatPress ist da ein gutes Beispiel).

Erstellt habe ich die ersten Seiten mit "Frontpage", einem HTML-Editor von Microsoft und es kam was kommen musste - ich fühlte mich in meinen Möglichkeiten eingeschränkt. Also hab ich geschaut was Frontpage da eigentlich zusammenbaut und hab mir die Struktur abgeschaut. So fing dann die Spielerei mit eingebettenen Frames an, eine Möglichkeit die ich sehr lange genutzt habe, bis Google langsam das wurde, was es ist und ich feststellen musste - Framesets sind das Blödeste was man machen kann...man lernt eben nie aus.

Ich wechselte dann recht früh zu PHP, da es einfach mehr Möglichkeiten bot. Von Datenbanken und der gleichen hab ich bis dahin nie etwas gehört. Kennt ihr das, wenn ein kleiner Junge das erste mal vor einer riesigen Maschine steht? Ja - meine Kinnlade ist auf den Boden geknallt - was für Möglichkeiten - das war die eigentliche Geburtsstunde von LdtW Anfang 2001.

Von Anfang an auch mobil nutzbar

Ich wohnte damals noch in meiner guten, alten Heimat in Sachsen-Anhalt. Beruflich ging dort aber gar nichts mehr und so erging es mir wie zig tausenden anderen Ossis - ich musste auf Montage fahren um meine Brötchen zu verdienen. Aber was ist da nun mit meiner Webseite? Ich begriff schnell, dass es in Zukunft immer wichtiger werden wird, seine Webseite auch mobil nutzbar zu machen.

Seit 2001 gibt es also meine Webseiten auch in einem mobilen Format. Damals hieß die Lösung WAP - rein textbasiertes Internet. Es gab meine Seiten also seit dem als www.madekozu.de und wap.madekozu.de - beide lieferten die gleichen Inhalte und unterschieden sich lediglich im Design (wap - Design? - naja.). Die Domain gab es damals allerdings noch nicht - da war ich noch "voll der Gruftie" und war unter dunkle-engel.de erreichbar - gibts (zumindest von mir) aber schon gut 1 Jahrzehnt nicht mehr.

Heute habe ich keinerlei Verständnis dafür, wenn eine Webseite nicht für Mobilgeräte geeignet ist. Damals war das schwer - aber heute sollte das keine große Herausforderung sein. Es gibt aber dennoch unzählige Baukastensysteme die in den Himmel gelobt werden. Ich habe sie installiert, auf dem Handy angeschaut und danach in den Papierkorb geworfen. Leute - mobile Webseiten sind keine Option, sonder Pflicht. Die Leute, die wirklich am Computer sitzen werden immer weniger. Wir leben in Zeiten von "WishiwashiWeb" (www).

Es kommt Dynamik ins Spiel

Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich die Vorteile einer Datanbank auch auf meinen Seiten nutzen wollte.

Nachdem meine Kinnlade also wieder in der Nähe der Nase angekommen war, habe ich mich ganz dem Thema PHP & MySQL angenommen. Gelernt habe ich es aber bis heute nie wirklich - da steht sie weiter oben erwähnte Ungeduld wieder im Wege. Ich probiere als viel herum, schau mir anderswo ab wie es funktionieren könnte, versuche das bei mir dann auch hinzubekommen und freue mich tierisch wenn es auf Anhieb klappt. Das ist natürlich eher selten der Fall und die Fehlersuche beginnt.

Hier habe ich aber wieder einen Vorteil (bilde ich mir jedenfalls ein) - da meine Augen immer auf das Ziel gerichtet sind, finde ich die meisten Fehler auch schnell - ich grab mich logisch durch den Dschungel und find das gammelige Stück was alles versaut - das ist eine Fähigkeit, die ich mir in fast 30 Jahren als Elektriker angeeignet habe und die gerade bei sowas auch Gold wert sein kann. Dabei ist das Prinzip einfach: Der Weg von A nach B ist wie eine Wasserleitung und man braucht nur dieser folgen - alles andere was ringsum ist, ist völlig egal. Teile von dem, was aktuell für LdtW verwendet wird, hab ich also schon vor 20 Jahren geschrieben. Da mein Quellcode zu 90% aus Kommentaren besteht, ist es einfach mich da wieder reinzufinden.

Bevor es dann online geht werden alle Kommentare aus der Liveversion entfernt und schon sind es kleine Dateien. Dafür findet man im Netz hilfreiche Programme, die einfach alles zwischen Start- und Endkennung entfernen. Meins ist, wer hätte es gedacht, in PHP geschrieben, lädt die Datei rein - entfernt alles zwischen den definierten Kennungen und spukt das Ergebnis wieder aus, zu 99% sogar fehlerfrei.

Aber jetzt bin ich ein wenig vom Thema abgekommen (wie immer). Meine Webseiten sollen also immer so dynamisch wie möglich sein, sprich - bei jedem Aufruf auch was neues zu entdecken. Mit PHP & MySQL ist das alles kein Problem - für sowas wurde es schließlich erfunden. Ein weiterer Vorteil ist aber - was einmal funktioniert, kann man in abgewandelter Form immer wieder verwenden.

Photogalerien, CD-Datenbanken, Onlineshops, den Witz des Tages - alles funktioniert gleich, manches ist umfangreicher, manches aber auch mehr als einfach, wie "Schau da mal vorbei", wo ich verschiedenste Webseiten hinterlegt habe (derzeit über 50), viele davon sehr oft, manche aber auch nur ganz, ganz selten angezeigt werden. Dabei ist es egal, ob ich auf einen Beitrag von mir (grüne Links) oder eine externe Seite (rote Links) verweise.

So habe ich manche lustige Sachen hinterlegt, die aber bei 1.000.000 Aufrufen vielleicht 1x angezeigt werden. Statt dem Link könnte da zum Beispiel auch mal ein Bild von meinem ersten Auto auftauchen - ja - das ist hintelegt und wurde bisher 2x angezeigt, während Dracos Häkelstube einen 6-stelligen Counterwert längst erreicht hat. Genau solche Spielereien sind es, an denen ich so viel Spaß hab und genau das ist für mich eine dynamische Webseite.

Wenn ein Blog nicht mehr reicht

2002 oder 2003 reichte mein selbstgeschriebenes Seitchen nicht mehr aus. Ich "lernte immer mehr Leute kennen", falls man das im Netz so sagen kann und wir brauchten etwas mehr Platz um uns auszutauschen. Ich entdeckte Onlineforen für mich. Selbst eins programmieren - da bin ich ehrlich zu mir selbst - so gut bin ich nicht, das wird nie was.

Von Woltlab gab es eine sehr schöne Forensoftware, welche zwar nicht kostenlos, aber ihr Geld wert war. Die "Engel", also meine damalige Seite dunkle-engel.de, begann ihr neues Dasein als Forum für alle "Schwarzkittelträger und Normalos". Foren waren damals der absolute Renner und neue Mitglieder kamen von ganz allein - da ging es richtig ab. Natürlich gab es auch Zoff und Ärger, aber da kennt eigentlich jedes "Projekt" und oft kommt es dann zu Abspaltungen.

Nach und nach hab ich mich dann um immer mehr Foren gekümmert und war neben meinem eigenen auch für rund 10 andere verantwortlich, was durchaus recht stressig war. So hab ich die Verantwortung für alle anderen abgegeben und mich nur noch um "meine Engel" gekümmert. Das war eine schöne Zeit. Wir waren zu Spitzenzeiten über 200 aktive(!) Mitglieder und in der Datenbank tummelten sich so um die 10.000 registrierte Mitglieder herum. Ja, das war wohl die aktivste Zeit und mein Server war zeitweise sogar zu schwach um den ganzen Ansturm zu bewältigen, da zu dieser Zeit auch die Bots das Netz erobert haben.

Seit dem hab ich ein "etwas größeres Angebot" von all-inkl gebucht. Aktuell muß der Server aber beheitzt werden, da er zu unterkühlen droht.

Der verlorene Kampf gegen Social-Media

Facebook & Konsorten fingen an das Internet zu übernehmen/beherrschen. Schockiert musste ich mit ansehen, wie ein Forum nach den anderen vereinsamte und schlussendlich ganz geschlossen wurde. Das gleiche Schicksal ereilte auch "meine Engel", die Luft war raus, Foren nicht mehr "hip" und Texte kaum noch mehr als 120 Zeichen lang - das ist einfach nicht meine Welt.

Menschen werden dazu erzogen, optische Reize als Marker für Akzeptanz und Qualität zu sehen. "Up to date" zu sein, bedeutet heute "Ich hab die Überschrift gelesen". In den asozialen Hetzwerken wird man in Blasen gestopft und man hat kaum noch eine Chance über den Tellerrand zu blicken. Nein - das ist nicht das, was mich vor über 20 Jahren am Internet so begeistert hat.

Ich schreibe damals wie heute was ich denke oder fühle, versuche anderen Leuten wertvolle Informationen zu übermitteln und es ist mir egal, ob sie diese Information mögen oder nicht. Was machen die Hetzwerke? Dort kann man Inhalte nur mögen, die Daumen nach unten sind vermutlich nicht werbetauglich genug, keine Ahnung. Was soll der Mist mit den Daumen überhaupt? Ich hasse diese Dinger.

Irgendein Algorithmus entscheidet nun anhand der Daumen, was für Werbung da eingesetzt wird, wie oft etwas angezeigt wird und und und - da könnte ich Romane drüber schreiben, wie mir dieses "neue Internet" auf den Sack geht.

Auf der anderen Seite weckt das aber auch einen Kampfgeist. "Zeig der Welt, dass Lesen bildet und Konsumieren verblödet."

Zurück in die Vergangenheit

Ich habe also akzeptiert, dass Foren keine Zukunft mehr haben, ausser sie dienen dem Support - aber selbst dafür sind sie scheinbar nicht mehr geeignet. Einen typisch fertigen Blog könnte ich verwenden, allerdings entwickeln sich alle irgendwie nur in die Richtung "Social-Media-Erweiterung" und "Werbeträger". Klar - man muß auch Geld verdienen und ich gönne es den Leuten auch. Ich hingegen mache das hier aus Spaß, nicht weil ich etwas verdienen will. Ich bin also frei in dem was ich tue und wie ich es tue. Ganz ehrlich - dafür bin ich FlatPress sowas von dankbar, da dieses Blogystem meine Motivation wieder geweckt hat, was völlig eigenes zu bauen. Schon allein aus Dankbarkeit dafür, werde ich das Projekt auch in Zukunft weiter beobachten, kritisieren und versuchen zu verbessern, aber ich schweife schon wieder ab.

Ich bin also wieder da, wo ich vor über 20 Jahren war und es fühlt sich sowas von richtig an - so überzeugt war ich schon lange nicht mehr von irgendwelchen Vorhaben. Da kann ich auch wieder auf das oben genannte "Konsumieren" kommen. Wie sieht Freizeit aus? Man kommt zum Feierabend erschöpft nach Hause, manche brauchen danach erstmal Bewegung - die habe ich tagsüber genug - ich bin froh mal sitzen zu dürfen. Also, Rechner an, Nachrichten lesen (Nachrichten != E-Mail), Musik hören oder Videos schauen, Essen, Duschen ab ins Bett ... und das jeden Tag. Soll das wirklich alles sein? Arbeiten und Konsumieren? Diese Fragen habe ich mir im Jahr 2000 schon einmal gestellt, als ich auf Montage war. Das reicht mir nicht, ich will irgendwas Erschaffen, irgendwas tun, von dem ich gefordert werde - nicht körperlich, der braucht eher Ruhe, aber geistig - das kommt einfach zu kurz und das darf nicht sein.

Aber würde ich deshalb jetzt auch sagen: "Früher war alles besser!"? Nein, und das ist überhaupt der bescheuertste Satz den ich gehört habe. In jeder Generation wird gesagt, dass früher alles besser war. Nun, vermutlich war die beste Zeit wirklich vor dem Urknall?

Ein vorsichtiger Blick nach vorn

Für das Labyrinth ist das schnell und leicht erledigt: "Ich blicke positiv, motiviert und zielsicher in die ungewisse Zukunft."

Beruflich und Privat: "Angst."

Wir leben in "nicht ganz so leichten Zeiten", Existenzängste sind eine Volkskrankheit geworden, Corona und die politische Lage macht es auch nicht wirklich einfacher. Ich selbst stecke in einer "Phase" (hoffe ich), in der ich mir so ziemlich selbst im Weg stehe. Ich weiß, dass ich hier in meiner Zweitheimat die Zelte abbrechen muß. Zum einen mag ich die Menschen hier nicht. Gefühlt 90% der Menschen mit denen ich hier zu tun habe, haben als Lebensziel scheinbar, mich von ihren Glauben zu überzeugen. Ehrlich - ich mag Gott, aber seine Fanclubs gehen mir auf den Sack. Warum mag ich Gott? Er hilft vielen Menschen, einen Schuldigen zu finden. Es ist eben leichter zu sagen, es war Gottes Wille. Wenn sie sich damit besser fühlen und danach immer noch ein reines Gewissen haben - sollen sie es so machen, aber nicht versuchen, mich mit ins Boot zu holen. Soviel zu den Menschen hier (ja, es gibt auch Ausnahmen, aber die kann ich an einer Hand abzählen). Ich kann hier aber nicht weg, solange ich hier noch Verpflichtungen habe - erst wenn diese nicht mehr sind, kann ich hier endlich weg. Ich lebe in einer der teuersten Regionen Deutschlands, habe einen Job der zwar Spaß machen kann, aber nicht genug abwirft um 3 Leuten hier das zu bieten, was sie eigentlich verdient hätten. Erschwerend kamen einige gesundheitliche Rückschläge, die für mich in erster Linie finanzielle Probleme nach sich ziehen. Angefangen hat das, mit einer "leichten Sehschwäche" vor einigen Jahren. Meine Augen wollten nur noch zu ca 10-20% und ich war auf Eis gelegt. Danach kam immer mehr dazu, sowohl körperlich als auch geistig. Das sind Umstände, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, aber sie hindern mich weiterhin, so zu funktionieren wie ich es sollte.

Es fällt mir also immer schwerer, in die Zukunft zu blicken, da ich dort aktuell nichts Positives sehen kann, außer vielleicht einem Corona-Test. Nein - Zukunft ist kein gutes Thema für mich. Das hier und jetzt ist schon ungewiss genug...

Wer bis hier alles gelesen hat, ist vermutlich selbst Schuld. Ich hab niemanden dazu gezwungen.

Euer Made...

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